Abschied von der OSZE: Botschafter Lüdeking verlässt Wien nach drei intensiven Jahren

Im Ständigen Rat der OSZE, in dem sich wöchentlich alle Botschafter der 57 OSZE-Staaten beraten, hat der deutsche Botschafter Rüdiger Lüdeking am 23. Juli 2015 ein Resümee seiner Arbeit gezogen. „Ich bin unverändert der Auffassung, dass wir auf die OSZE stolz sein können“, sagte er. „Wir sehen die OSZE in der jetzigen Situation in einer zentralen Verantwortung.“ Als Nachfolger von Botschafter Lüdeking übernimmt Eberhard Pohl die Leitung der deutschen OSZE-Vertretung in Wien.

Deutsch Bild vergrößern Botschafter Ruediger Luedeking (© Auswaertiges-Amt)

Die Abschiedsworte im Ständigen Rat waren für Botschafter Rüdiger Lüdeking eine Gelegenheit, sich für die „Kollegialität, Freundschaft und vielfältige Unterstützung“ zu bedanken, die er in den drei Jahren seiner Tätigkeit in Wien erfahren hatte. Besonders galt dieser Dank auch den Mitarbeitern des OSZE-Sekretariats, der OSZE-Institutionen und Feldmissionen: „Sie sind es, die das Funktionieren der OSZE ermöglichen. Ihre Leistungsbereitschaft, ihr Engagement, ihr Fähigkeiten haben mich sehr beeindruckt.“

Botschafter Lüdeking arbeitete die Stärken der OSZE heraus: „Sie ist der Modelfall für die Gestaltung einer internationalen Sicherheitsordnung auf der Grundlage gleichberechtigter Zusammenarbeit, gemeinsamer Werte und der Bildung von Vertrauen. (…) Wir wollen nicht in konfrontative Konstellationen und Konfliktaustragungsmuster wie zu Zeiten des Kalten Kriegs zurückfallen.“ Um aber die Krise der OSZE zu überwinden seien echter Dialog und wirksame Zusammenarbeit gefragt.   

Die OSZE hat wichtige Aufgaben zu leisten: „Aktuell sollte für uns im Mittelpunkt stehen, was die OSZE praktisch zur Unterstützung der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen zu leisten vermag“, so Lüdeking. Dazu müssten die Diplomaten bei ihren Beratungen „nüchtern-sachlich ausloten, was die OSZE dazu beitragen kann, um verlorengegangene Vertrauen wieder aufzubauen.“  Aufrichtigkeit und Bereitschaft zur Selbstkritik mahnte Lüdeking an: „Eine militärische Involvierung Russlands in der Ostukraine kann nicht geleugnet werden. Ebenso wenig gibt es westlicherseits Anlass zu Selbstgefälligkeit oder Hochmut“.  

Der scheidende Botschafter erinnerte angesichts von Versäumnissen in der Vergangenheit und gegenseitigen Fehlerzuweisungen: „Es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch viele Grautöne dazwischen.“

Abschiedserklärung von Botschafter Lüdeking im Ständigen Rat der OSZE am 23.7.2015 [pdf, 92.91k]

Botschafter Rüdiger Lüdeking ist nun der Botschafter Deutschlands im Königreich Belgien. Webiste der Deutschen Botschaft in Brüssel

Als Leiter der deutschen Ständigen Vertretung bei der OSZE folgte Botschafter Eberhard Pohl. Lebenslauf